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3. Juli 2008

Licht und Schatten

Eine Bilanz unseres Brasilienaufenthaltes vom 3.4 - 15.5.2008

in Kooperation mit Globalgiving




Music Brings Hope and Opportunity to Youth in Rio
http://www.globalgiving.com/1689
 
Bringing Family Together Through Education
http://www.globalgiving.com/651

Alternatives to Youth Drug Traffic Involvement
http://www.globalgiving.com/1810

Trees and Education Protect Rainforest in Brazil
http://www.globalgiving.com/1911


Licht …

Die Projekte eröffnen vielen Menschen einen Ausweg aus einer Situation von bitterer Armut, Perspektivlosigkeit und einem scheinbar unausweichlichen Schicksal.

Das Musikprojekt von Marcio und Lenora (Music Brings Hope and Opportunity to Youth in Rio http://www.globalgiving.com/1689) dokumentiert, dass ein scheinbar „weiches“ Projekt, es geht ja „nur“ um Musik, den Jugendlichen die reale Chance des Aufstieges und des Broterwerbs liefert. Hier wird gefördert und gefordert. Die Kinder aus den Favelas lernen spielerisch Disziplin, Durchhaltevermögen und Konzentration.

Auch Charles vermittelt in seinem Projekt (Alternatives to Youth Drug Traffic Involvement http://www.globalgiving.com/1810) den Kindern Werte, die eine erfolgreiche schulische Karriere und die Integration in die bürgerliche Gesellschaft erleichtern. Im Gegensatz zu Marcio kann Charles den Erfolg noch nicht messen, denn er kann noch keine Stipendiaten in den USA vorweisen oder spektakuläre Reisen ins Ausland.

Im Gesundheitsprojekt von Vera Cordeiro (Bringing Family Together Through Education http://www.globalgiving.com/651) ist der Erfolg statistisch ermittelt und dokumentiert (s. http://www.criancarenascer.org). Es ist daher ein eher „hartes“ Projekt. Es reicht eben nicht, nur die Kinder zu behandeln, man muss auch das Umfeld verändern. Auch Lenora und Marcio denken über Mikrokredite für die Bewohner der Favela nach, um deren Umfeld nachhaltig zu verbessern.

Ein anderer positiver Aspekt war die Klarheit mit der im Musikprojekt und auch im Gesundheitsprojekt über Probleme und Schwierigkeiten gesprochen wurde. Kein Versuch, kritischen Fragen auszuweichen. Im Gegenteil, in beiden Projekten wurde offensiv über notwendige Veränderungen diskutiert. Wir hatten das Gefühl, in den lebendigen Prozess der ständigen Anpassung an die Realität mit einbezogen zu werden.

Bei den oben genannten Projekten war es selbstverständlich, dass wir mit allen Betroffenen offen sprechen konnten. Das Klima in den Projekten war insgesamt sehr warmherzig, positiv und freundlich.

Es gab erkennbare Unterschiede in der Professionalität der einzelnen Projekte, die wohl im Zusammenhang mit dem Erfolg und der Lebensdauer des jeweiligen Projektes stehen. Das Projekt von Vera Cordeiro war mit Abstand am besten organisiert und sehr klar strukturiert.

… und Schatten.
 
Was uns  nicht gefallen hat, waren die Versuche, für uns Showveranstaltungen zu initiieren. Im Projekt von Charles wurden zum Abschluss des Tages Früchte serviert. Statt einer Fruchtsorte gleich vier und Charles musste hinterher auf unsere Nachfrage zugeben, dass das nicht „normal“ sei.

Wir hatten uns nach Wochen in der Metropole auf das sog. Regenwald-Projekt (Trees and Education Protect Rainforest in Brazil http://www.globalgiving.com/1911) gefreut und wussten auch, wie wichtig ökologische Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit sind. Zumal wir in Valenca, keine hundert Kilometer von der Millionenstadt entfernt, sehen konnten, was die Abholzung des Regenwaldes dort vor Jahrhunderten heute immer noch für Schäden nach sich zieht. Wir hatten in unserem Blog vom 6.5. (s. Archiv) schon einiges gesagt. Aber was führt jetzt dazu, dass wir kein Video von dem Projekt auf unserer Webseite zeigen, warum befassen wir uns mit dem Projekt unter dem Stichwort Schatten?

Wir haben auf unserer Webseite in den FAQs formuliert:
 
Wir nehmen nur Projekte auf unsere Homepage, die wir gesehen haben und von denen wir überzeugt sind und die bestimmte Kriterien erfüllen, wie Transparenz, Effektivität, ein Offenlegen der finanziellen Situation, etc. Die unterstützen wir und machen für sie mit unseren Filmen auch Werbung, weil wir sie bekannt machen wollen.“

Die Frage lautet also welche Kriterien wurden vom Regenwald Projekt aus unserer Sicht nicht erfüllt?
 
Für uns war es das Kriterium Transparenz. Der Projektleiter Roberto Lamego hatte uns das Projekt der bewässerten Gemüsegärten vorgestellt und uns im Internet die Seiten von http://www.agenciamandalla.org.br gezeigt. Wir waren - wie er - begeistert über die Idee und das Konzept, Kleinbauern die Möglichkeit zu geben, in Einklang mit der Natur zu produzieren. Roberto bat uns dann das Projekt Agencia Mandalla nicht im Video zu erwähnen.

Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Wir hatten schon vorher Zweifel:
 
  • Roberto lässt sich das Aufforsten seines eigenen Waldes bezahlen.
  • Roberto führt ohne Genehmigung europäische Pflanzen (französische Eichen u. a.) ein und pflanzt sie in seinem Wald an. Einige Biologen und Naturschützer würde das sicherlich auf den Plan rufen. (Im Übrigen ist Robertos Handeln nach geltendem brasilianischem Recht nicht legal).
  • Als wir ihn baten uns die Bäume zu zeigen, die er mit Spenden von Globalgiving kaufen konnte, war ihm das nicht möglich, weil seine Mitarbeiter die Setzlinge so schnell im Wald angepflanzt hätten.
  • Die sehr spartanische Unterbringung seiner Mitarbeiter im Regenwald und die von ihm dafür genannten Kosten erschienen uns nicht konsistent.
 
Jeder einzelne Punkt für sich wäre noch tolerabel, in der Summe aber fällt es uns schwer, das Projekt von Roberto durch ein Video auf unserer Webseite zu unterstützen. Deswegen haben wir uns dagegen entschieden. Wir würden nur zu gerne etwas anderes sagen, weil wir gerade in Valenca gesehen haben, welche tief greifend negativen Folgen der Raubbau mit der Natur hat. Was meinen Sie hierzu?





24. Juni 2008

Alle reden über Gesundheit - Wir auch!

Endlich können wir Ihnen hier den Film über ein vorbildliches Gesundheitsprojekt aus Brasilien zeigen. Ausführlich haben wir hierüber schon in unseren Blogs vom 20.-22. April aus Rio de Janeiro berichtet (s. Archiv).


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Kommentar am 22. Juni um 14:32 von Carolin Juen

Gerade hab ich verschiedene Beiträge von euch gesehen. Besonders berührt hat mich euer Beitrag aus Rio, bei dem mir wirklich die Tränen heruntergeronnen sind. So treffend! Auch euer persönlicher Beitrag über euch und eure Arbeit ist total überzeugend. Super Arbeit - weiter so! Ich bin sehr froh, daß es euch gibt und daß ihr diese Arbeit macht!

 
Kommentar am 21. Juni um 20:46 von Wolfgang Quinteiro
es ist eine wundabare arbeit was ihr hier leistet . Weiter so! Die aufnahmen sind sehr schön und erscheinen nicht künstlich und erzählt was die leute sehen sollen.


16. Juni 2008

Unser Fußball EM Gewinnspiel

Was haben Fußball und Musik gemeinsam?


o Abseits und A capella?

o Freistoß und Flöte?

o Tor und Tonleiter?

o Gar nichts

o oder ...



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Kommentar am 18. Juni um 15:19 von Brigitte Freichels
Musik und Fußball machen nicht nur die Spielenden glücklich.

Kommentar am 18. Juni um 15:06 von Gerhard Pletschacher
Musik und Fußball verbinden aufgrund der spielerischen Elemente die Völker über alle Grenzen hinaus ohne jede Sprachbarierre.

Kommentar am 16. Juni um 23:01 von Norbert Büchel
Es geht um ... Leiden...schaft



12. Juni 2008

Es war doch nur ein Vorrundenspiel ...

Kommentar um 20:02 von Heike Weld
Es geht um ... den gesamten blog
Durch eure Filme bringt ihr Lebensräume näher, die nur scheinbar weit entfernt sind. Eure Filme zeigen, wie sehr wir alle verbunden sind und was wirklich zählt.

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11. Juni 2008

Eine "klassische" Alternative zur EM?

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Wohl kaum, aber vielleicht was für die Halbzeit, wenn "unsere Jungs" morgen hoffentlich in Führung liegen ...

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Kommentar um 16:06 von P. aus M.:
Es geht um ... den gesamten blog
...aus der Mitte heraus geschrieben, informativ, brillant formuliert.



9. Juni 2008

Size matters? Länge entscheidet?

Unsere ersten Videos aus Rio sind fertig, aber was viel wichtiger ist, ab heute können Sie Kommentare dazu abgeben. Jetzt können wir das umsetzen, was wir in den Faq´s geschrieben haben:  Wir wollen mit Ihnen ins Gespräch kommen. Welche Version gefällt Ihnen besser? Die kurze oder die lange? Es gibt Untersuchungen, die sagen, dass Zuschauer Webvideos nach 30 Sekunden wegklicken. Deshalb wurden wir von den Globalgivern gebeten, Kurzvarianten unserer Videos zu produzieren. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

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Kurzversion

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Langversion

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Kommentar am 18. Juni um 15:41 von Gerhard Pletschacher
Mir gefällt der längere Film besser, weil er die entscheidende Information der Unterstützungsbedürftigkeit exakter vermittelt.

Kommentar am 18. Juni um 15:38 von Brigitte Freichels

Der längere Film gefällt mir besser, weil er informativer ist. 





6. Juni 2008

Capoeira-Appetizer

Die getanzte Lebensfreude beim Samba, bei den Karnevalsumzügen ist sprichwörtlich für Brasilien, aber es gibt auch den typisch afrikanischen Kampf-Tanz Capoeira. Entstanden aus Selbstverteidigungstechniken der Sklaven, ist er heute u. a. eine Demonstration von Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein der Favela-Bewohner. In Kürze erscheint hier unser Film "Paolas Welt".

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5. Juni 2008
Seele oder Ego?

Gestern bekamen wir von Carol Faison, der Gründerin von Care & Share, folgende e-mail:

Hi Petra and Uli!
 
Just to tell you that so many sponsors are thanking us for the wonderful DVD which helps them to understand what they are really doing and what sponsorship is all about.  Most say that they really did not "get it" before and this clarified so many questions and doubts they had before!
 
What a wonderful opportunity for us to show our program through this DVD!  What I like about it is that it is so honest. We are not showing everything with pink ribbons.  We are showing the good and the bad ... the successes and also the disappointments and sadness. My feeling is that when we are truthful with people, we cannot go wrong.
 
Thanks so much once again!
 
Hugs,

Carol


Wir hatten vor über einem Jahr eine sehr persönliche Dokumentation über unsere Erfahrungen als Paten gedreht. Dafür waren wir 2006 und 2007 für das Follow-up in Vijayawada, Indien. Care & Share hat die 45 Minuten DVD jetzt an alle ihre Sponsoren geschickt.

Streichelt das Feedback unsere Seele oder unser Ego? Wahrscheinlich Beides. Wir fühlen uns jedenfalls bestärkt, weiter zu machen. Und: Wir wollen nicht nur 45 Sekunden-Werbespots oder 3-4 minütige Beiträge drehen, sondern auch mit längeren und damit differenzierteren Darstellungen die Arbeit von Hilfsorganisationen begleiten.

Noch ist die DVD für die Playlist zu groß, aber unser webman wird eine Lösung finden …
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29. Mai 2008


 Favela a capella

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Als Vorgeschmack auf unseren Musikfilm "Eine klassische Alternative" dieser Männer-Chor, der uns begeistert hat. Als wir den Projektteilnehmern unsere Rohschnittfassung zeigten, fragten wir, ob wir Community oder Favela sagen sollten? Wir hatten vorher gehört, dass viele Bewohner der Elendsquartiere Favela als Schimpfwort empfinden würden. Die klare Antwort sehen Sie in der Überschrift. Nachdem das geklärt ist, singen Sie doch einfach mit ....




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