Wie Jothi dem Teufelskreis
aus Armut und Prostitution entkommt

Der letzte G8 Gipfel in Toyako auf Hokkaido in Japan war für die Ureinwohner der Insel eine perfekte Möglichkeit, der Weltöffentlichkeit zu zeigen, dass auch die Japaner ihr „Ureinwohnerproblem“ haben. Und vielleicht hat auch die indische Delegation, die zum Thema Klimawandel eingeladen war, mitbekommen, dass die Ureinwohner ihre Rechte als Staatsbürger einfordern. Die Inder mögen sich gedacht haben, dass sie ihr Problem mit den Ureinwohnern bereits gelöst haben. Schließlich sieht ihre Verfassung vor, dass die über 600 „scheduled tribes” nicht benachteiligt werden dürfen.

Die Realität sieht anders aus. In der Millionenstadt Vijayawada sind es gerade die ethnischen Minderheiten, die am Ende der sozialen Leiter stehen. Damit nicht genug, sie sind es auch, die als Prostituierte im prüden Indien arbeiten. Das, was wir von Jothi und ihrer Mutter im Video erfahren, zeigt uns, dass der alte politische Reflex immer noch gilt: Kann ich ein Problem nicht lösen, so schaffe ich es aus den Augen - und damit aus dem Sinn. Ganz anders die Organisation Care & Share, die das Problem mit Bildung angeht.