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Warum kümmert Ihr Euch um Projekte im Ausland, es gibt doch genug Elend auch bei uns? Warum so aufwendig mit Videos?Was unterscheidet Euch von Werbung? Warum kümmert Ihr Euch um Projekte im Ausland, es gibt doch genug Elend auch bei uns? Keine Frage, es gibt in jeder Gesellschaft Armut. Es gibt überall Menschen, die durch eine kleine Initiative, durch wenig Geld, durch menschliches Engagement eine Chance bekommen sollten. Das allgegenwärtige Elend lässt für uns nur den Schluss zu, sich zu engagieren. Gerade weil das Elend omnipräsent ist, ist es egal, wo und wie man anfängt. Das Wesentliche ist der erste Schritt. Im Übrigen können wir keine Hierarchie des Elends erkennen. Oder ist ein deutscher Bedürftiger besser als ein Afrikaner, ein Asiat. Ist der Fall einer unterdrückten Frau höher zu bewerten als Menschenrechtsverletzungen bei Männern? Sind Initiativen gegen den Klimawandel in armen Ländern besser als jene, die sich gegen die Einsamkeit, die Vernachlässigung alter Menschen in Pflegeheimen in Deutschland wenden. Wir weigern uns, eine Hit-Liste des Elends aufzustellen, die aktuelle Nummer Eins zu unterstützen und darüber die anderen zu vergessen. Die Frage ist also nicht, welches Elend ist es Wert zu bekämpfen, sondern wann und wo ich damit anfange. Wir haben uns aufgrund einer konkreten Erfahrung für die Unterstützung von drei kleinen Mädchen in Tamil Nadu entschieden (s. up4girls). Notwendig und reiner Zufall.
Warum so aufwendig mit Videos? Wir glauben an die Macht der unmittelbaren Erfahrung, des unmittelbaren Erlebens. Es macht eben doch einen Unterschied, ob man liest, dass auf dem indischen Subkontinent 300 Millionen Menschen unterhalb des Existenzminimums leben (mehr als auf dem gesamten afrikanischen Kontinent), oder ob man selber durch die Slums geht, den Menschen in die Augen schaut und ihre Geschichten hört. Die rein intellektuelle Beschäftigung mit der Realität kann immer nur ein müder Abglanz der Fülle, der Unübersichtlichkeit, der vibrierenden Kraft des Lebens sein. Jedes Medium, das es schafft, ein mehr an Lebendigkeit zu liefern, ist aus unserer Sicht besser geeignet. Wir wollen ja gerade den Zuschauern das Leben der Menschen näher bringen. Deshalb glauben wir an die Macht der Bilder, des Films. Uns ist bewusst, dass jeder Film eine Interpretation der Realität ist. Es ist unsere Interpretation, unsere Realität. Damit wächst natürlich auch unsere Verantwortung den Protagonisten und den Zuschauern gegenüber. Der versuchen wir gerecht zu werden, indem wir so transparent, so offen wie möglich mit den Filmen umgehen. Praktisch heißt es, dass wir noch vor Ort den „Betroffenen“ unsere Rohschnittfassung zeigen und uns damit der Kritik unserer Protagonisten stellen. Und: Wir wollen mit denjenigen, die sich unsere Filme anschauen, ins Gespräch kommen und diesen Dialog auf unserer Webseite wiedergeben. Wir glauben, dass ein hohes Maß an Transparenz zwingend notwenig ist, um Vertrauen zu schaffen.
Was unterscheidet Euch von Werbung? Von Hans Joachim Friedrichs stammt der Satz, dass man sich auch mit einer guten Sache nicht gemein machen sollte. Als journalistisches Prinzip richtig und es gilt auch für uns. Ein unkritisches Weitergeben ist nicht unser Ansatz. Wir nehmen nur Projekte auf unsere Homepage, die wir gesehen haben und von denen wir überzeugt sind und die bestimmte Kriterien erfüllen, wie Transparenz, Effektivität, ein Offenlegen der finanziellen Situation, etc. Die unterstützen wir und machen für sie mit unseren Filmen auch Werbung, weil wir sie bekannt machen wollen. Je offener wir unser Ziel formulieren und wir uns somit der Diskussion stellen, umso glaubwürdiger können wir sein. Wir wollen den up-blog dazu nutzen, um weitere Informationen zu liefern, um ein Diskussionsforum zu etablieren. Doch auch und gerade für uns gilt: Der Zweck heiligt nie die Mittel. Apropos Mittel: Für uns sind Hochglanzbilder typischer Werbefilme verstärkt durch einen „Promi“ im Elendsviertel nicht das angemessene Mittel. Genauso wenig wie große, um Mitleid flehende Kinderaugen. Das Leben ist Gott-sei-Dank bunt, chaotisch und vielschichtig.
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